Politik ( 1 ) SPD 1972 - 1982

Im Oktober 1972 bin ich in die SPD eingetreten, ich habe damit bis zu meinem 18. Geburtstag gewartet, weil ich nicht wusste, das man bereits mit 16 Jahren eintreten kann.
Ich wurde Mitglied in der 17. Abteilung des SPD Kreis Berlin-Wedding. Man war damals eher jedem Neumitglied misstrauisch, da es im Wedding ein Machtkampf zwischen Rechts und Links gab. Wollte doch keine linke Abteilung unbedingt einen Rechten SPD-Mann und umgekehrt. Ich fand das bekämpfen zwischen links und rechts in der eigenen Partei damals schon blöd und fühlte mich weder der einen, noch der anderen Seite zugehörig.
Jedoch wollte ich in der Partei aktiv mitarbeiten und keine Kartei-Leiche sein. Zuerst wurde ich also Kassierer, das war die erste Funktion, die man übernehmen musste, wenn man weitere Ziele hatte.
Die 17. Abteilung war voll rechts, ich versuchte mich so anzupassen, das ich nicht als Querulant da stehe, aber auch nicht, das mittrage, was die Mehrheit will, aber ich nicht.
Später in einer Kreisreform wurden dann Abteilungen zusammen gelegt, die 17. Abteilung mit der 16. Abteilung ( Gesundbrunnen ) zur 17. Abteilung, womit sich an der Stabilität und Mehrheitsverhältnisse der Abteilungen nichts änderte.
Ich arbeitete fleißig in der Partei mit, war im Vorstand der Abteilung und immer wieder versprach man mir einen Platz auf der Liste zur Bezirksverodnetenversammlung ( Kommunalparlament ) und immer wieder vertröstete man mich und habe es am Ende nur bis zum Bürgerdeputierten geschafft.

Ich war aktiv bei den allen Wahlkämpfen in Berlin dabei, habe eine monatliche öffentliche Kaffeetafel für Senioren veranstaltet, wozu ich SPD-Politiker aus dem Bezirk, aus dem Land Berlin und aus der Bundespolitik einlud. Zu diesen Veranstaltungen kamen bis zu 120 Besucher und mein ranghöchster Gast war die Staatsministerin Marie Schlei ( leider viel zu früh verstorben ).

Übrigens war auch Willy Brandt Mitglied in der gleichen Abteilung und es war toll, ihn kennen zu lernen. Auch viele andere SPD-Politiker habe ich in dieser Zeit kennen gelernt. Alle Regierenden Bürgermeister Berlins in der Zeit von 1972 bis 1982. Helmut Schmidt habe ich bei einem Berliner Wahlkampf kennen gelernt. Nach dieser Wahlkampfveranstaltung sind dann wir mit dem damaligen Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski durch Weddinger Kneipen gezogen, also Wahlkampf vor Ort. Ich habe auch in Bonn an einer Dampferfahrt mit Helmut Schmidt und Annemarie Renger teilgenommen.
Dann wurde mir doch noch ein Amt zu teil, und zwar wurde ich Kreisvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen der SPD Wedding. Ich belebte die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft wieder ( ich war damals in der Versicherungsbranche selbständig ).

Als dann die nächsten Vorstandswahlen des Kreis Wedding anstanden, kandidierte ich dann als
Beisitzer der Selbständigen ( für mich ganz selbstverständlich ), doch wegen des Machtproporz wurde daraus nichts. Die 3. Abteilung, deren Vorsitzender damals Jürgen Lüdtke wollte Mehrheiten sichern und boxte einen selbständigen Taxifahrer durch, den ich nicht einmal in einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen gesehen habe. Was bei mir zur Verärgerung führte und begleitet von anderen Umständen in der Partei, legte ich zunächst meine Ämter nieder ( zwischenzeitlich war ich auch Juso-Vorsitzender der 17. Abteilung.

Noch ein paar Anmerkungen und Anekdoten :

1975 wurde ich der Wahlkampfleiter von Lothar Löffler ( ehemaliger Senator und SPD-Vorsitzender der Berliner SPD. Lothar Löffler gewann ca. 2% dazu und zog mit über 50% als Direktkandidat in das Abgeordnetenhaus Berlin.

Es gab in den 70er Jahren im Wedding Probleme mit einem besetzten Haus in der Puttbusser Str., die "Putte". Hierzu gab es viele Demos von Linken. Damals war Erich Pätzold Kreisvorsitzender der SPD Wedding ( später dann Umwelt- und Innensenator). Als Innensenator koalierte er mit den "Grünen", den Vorgängern der linken Szene in Berlin. Da bekannt wurde, das bei den Demos der Linken, auch Juso's teilnahmen, ließ Erich Pätzold durch Parteimitglieder ( in einem mitfahrenden Kleintransporter ) Fotos von den teilnehmenden Juso's machen, um diese dann bei Parteiausschlussverfahren zu verwerten, was ihm auch teilweise gelang.

Der Vorsitzende der 3. Abteilung, Jürgen Lüdtke, damals Baustadtrat, heiratete eine Bezirksverordnete der CDU und wechselte in den Vorstand der GeSoBau

Kommentare

  1. Heute würdest du wohl nicht mehr in diese Partei eintreten, glaube ich.

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